Gewollter Verlust

Vor etwa einem Jahr, wie auch in dem Beitrag zur Motivation für den Jakobsweg geschrieben, ergab sich für mich ein Jobwechsel nach Frankfurt. Nach meinem ersten Arbeitstag war ich neugierig, was alles so auf der Leipziger Straße in Frankfurt so los ist und geriet nach wenigen Metern in die Fänge von zwei netten jungen Damen.

Sie waren ein Promotion-Team von einem Fitness-Studio, mit dem meine Firma einen Vertrag unterhält.

Ich fühlte mich zu der Zeit nicht wirklich wohl und folgte außer dem Wandern der bekannten Maxime von Winston Churchill “no sports”. Aber ich hatte doch schon darüber nachgedacht, mal ordentlich Gewicht verlieren zu wollen.

So fing ich im November 2017 mit dem Krafttraining an.

Mich haben im weiteren Verlauf die kleinen Erfolge begeistert, weiter zu trainieren und auch auf meine Ernährung mehr zu achten. Am Anfang habe ich noch bei dem zweiten immer wieder Fehler gemacht und nehme nun die Dienste eines Ernährungsberaters in Anspruch. Und so machte ich bisher gute Erfahrungen.

Eines Tages war meine Pfadfindergruppe mal wieder unzureichend ausgerüstet zum Appell erschienen. Die Strafe: 20 Liegestütze. Keiner von meinen 12 und 13 jährigen Jungs schaffte das, nur ich als 49 jähriger Leiter. Was ich zuvor auch nicht gedacht hätte.

Eines anderen Tages bemerkte ich an meinem Oberkörper zwei komische Ausbuchtungen. Ich machte mir wirklich Sorgen, was das denn Schlimmes sein könnte. Doch die Ursache war ganz natürlich und ungefährlich, ich sah zum ersten Mal meine Rippenbögen.

Eines weiteren Tages wurde ich zweier nordafrikanisch aussehnden Halbstarken gewahr, die in der U-Bahn Station in Frankfurt Bockenheim einen Ghettoblaster mit orientalischer Musik erschallen ließen und dabei die herrlich hallige Akustik des Ortes voll vereinnahmten. Ich kam gerade vom Training – inklusive Butterfly und Stemm-Maschine für den vorderen Oberkörper – und wollte wirklich meine Ruhe haben. Also ging ich auf die beiden mit festem Blick zu, deutete auf das Lärmgerät, sagte “Macht das aus” und ließ meine Brustmuskeln zucken. Ja, mit etwas Training können Männer, ganz ohne weitere Bewegung des Körpers oder äußere Impulse, mit den Titten wackeln. Das habe ich mit Verlaub und Respekt noch nicht bei Frauen gesehen. Hier hatte es einen schönen Effekt, der Ort versank wieder in Ruhe.

Im Studio konnte ich mich etwas auf die körperliche Belastung im Baskenland vorbereiten und verlor trotz vieler zum Abnehmen nicht adäquater Getränke auf dem Camino de la Costa ein paar Kilo, die ich nicht wiederhaben will.

Damit sie nicht wieder kommen, habe ich meine Ernährung nun auf “low carb” umgestellt, mindestens eine Mahlzeit am Tag hat so gut wie keine Kohlenhydrate, die anderen weniger und hochwertiger.

Ich bin gespannt, wie es sich weiter strafft und was es mit mir macht.

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